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le 03/05/2010 Visite au Château de Roquetaillade




Norddeutsches Wetter in Südfrankreich


Un vrai château!


Ritter Rost kann nichts erschüttern


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Nach 15-stündiger Fahrt am gestrigen Tag von Reinheim nach Cestas, begann am heutigen Montag unser gemeinsames Austauschprogramm. In Erwartung von Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen in hiesigen "südeuropäischen" Breitengraden kamen fast alle SchülerInnen in sommerlicher Kleidung in die Schule. Dummerweise präsentierte sich der Himmel eher "norddeutsch" und beschenkte uns reichhaltig mit dicken Regentropfen, die wir mit Optimismus durch den Tag trugen.

Nach einer kleinen Führung durch unsere Austausch-Schule "Collège Cantelande" wurden wir zur Begrüßung empfangen mit einem kleinen, stärkenden "Frühstücksimbiss".

Gut gelaunt kletterten wir in den Bus um unser heutiges Ausflugsziel zu erreichen. Auf dem Programm Stand das mittelalterliche Schloss Roquetaillade, das bis heute noch im Besitz der Familie La Motte ist und von den Familienmitgliedern bewohnt wird. Da dieses Schloss unter Denkmalschutz steht, darf es baulich nicht verändert werden mit dem Resultat, dass es dort keine Heizung gibt. Die vorhandenen Kamine heizen die großen Räume des Châteaus nur schwach warm und die adlige Familie bewegt sich überwiegend nur in Daunenjacke und dicken Socken durch ihr Schloss. Diese Erkenntnis entzauberte sehr schnell unsere Fantasien, auch gerne einmal in einem solchen Schloss leben zu wollen, sahen wir uns doch im Geiste in leichten sommerlichen Gewändern durch diese gut erhaltenen Mauern "lustwandeln".

Unser Mittagessen nahmen wir in Form eines Picknicks im mittelalterlichen Städtchen Basas im Windschatten der dortigen Stadtmauer ein – ein paar Sonnenstrahlen schenkten uns in diesen Minuten Wärme und Wohlsein.

Umgeben ist das Château de Roquetaillade von vielen Feldern, auf denen kleine Bäume im "Bonsai-Stil" wachsen und gerade ihre Blätter entfalten. Wir erfuhren, das hier im großen Stile "la vigne" kultiviert wird – deren Früchte gepresst und vergoren den guten französischen Rotwein geben. Weinanbau eben!!!

Katrin Hoffmann

Fortsetzung folgt!


le 04/05/2010 Un jour au Collège Cantelande et à Cestas





Heute lernten wir das französische Schulleben kennen! Bereits vor der ersten Stunde ging es turbulent zu. Vor der ersten Stunde versammelten sich alle SchülerInnen auf den zwei Schulhöfen, stellten sich klassenweise in langen Schlangen auf und warteten auf die Lehrkräfte, die ihre SchülerInnen in IHRE Klassenräume holten. Ja, hier haben die Lehrer IHREN Raum und die SchülerInnen wechseln nach jeder Unterrichtsstunde klassenweise den Raum. Zu zweit oder zu dritt gesellten sich unsere deutschen Gäste in die Klassen ihrer französischen MitschülerInnen und stellten erstaunt fest, dass sich pro Klasse aus Sicherheitsgründen niemals mehr als 30 SchülerInnen aufhalten dürfen. Wer zu viel ist, wird kurzerhand vor die Tür gesetzt – leider traf dies einige unserer deutschen SchülerInnen und mit einigem Erstaunen saßen sie die erste Stunde in einem Schulflur, um danach in eine weniger zahlreiche Klasse umverteilt zu werden. Ja, französische Regeln und Vorgaben sind "stricte" und werden ohne "wenn und aber" eingehalten. Wir nahmen dies mit Verwunderung zur Kenntnis.

Der Schulgong ist laut und schrill, einige zarte Reinheimer Mädchen schreckten verstört auf und fragten sich, ob dies das Zeichen für einen Feueralarm sei. Klassik statt Klingeln ist hier unbekannt. Im Unterricht selbst wird wenig gesprochen von Schülerseite, die Lehrkraft redet viel und die französischen Schüler schweigen, hören zu und schreiben sehr viel auf. Gelacht wird wenig bis gar nicht. Auch dies nahmen wir mit Verwunderung zur Kenntnis.

Spannend war das Mittagessen in der wirklich großen Kantine. Ein reichhaltiges Menu aus frischen Speisen wurde uns gereicht mit viel Baguette. Die Schule hat eine eigene Küche und alles wird frisch zubereitet.

Den Nachmittag verbrachten wir in Cestas. Bei winterlichen Temperaturen (10°C – gefühlt allerdings höchstens 2°C wegen des kalten Windes) eroberten wir unsere Partnerstadt in Form einer Rallye, die uns an die wichtigsten Stationen der Stadt führte und an der "Mairie" (Rathaus) endete. Dort empfing uns Bernadette Seis vom Comité de Jumelage mit freundlichen Willkommensworten und einem kleinen Imbiss. Wir waren von der Rallye total durchgefroren und erste Überlegungen wurden getroffen, ob es vielleicht sinnvoll wäre, zusätzlich zu den heutigen zwei Pullovern morgen vielleicht noch zwei Pullover hinzuzufügen und überzuziehen und sich kälteresistente Kleidung bei den Gastfamilien auszuleihen. Die Sonne nimmt hier gerade eine Auszeit und wir trotzten mit einem Augenzwinkern und viel Optimismus dieser südfranzösischen Polarkälte.

 


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